Der große WM-2026-Ratgeber: Alles, was du vor dem Anpfiff wissen musst

Fußball-Weltmeisterschaft 2026 Ratgeber mit Stadionpanorama in Nordamerika

Ladevorgang...

Es ist der 11. Juni 2026, kurz vor 23 Uhr mitteleuropäischer Zeit. In Mexiko-Stadt schiebt sich die Abendsonne hinter das Estadio Azteca, und achtzigtausend Menschen halten den Atem an. Der Schiedsrichter hebt die Pfeife — und eine neue Ära des Weltfußballs beginnt. Nicht irgendeine Weltmeisterschaft, sondern die größte, die es je gegeben hat: 48 Mannschaften, 104 Spiele, drei Gastgeberländer, 39 Tage reiner Fußball.

Ich erinnere mich an den Moment, als die FIFA 2018 in Moskau das erweiterte Format beschloss. Damals dachte ich: Das wird entweder grandios oder ein Chaos. Heute, nach Jahren der Qualifikation, nach dramatischen Play-offs und unerwarteten Wendungen, steht fest — es wird beides. Und genau deshalb habe ich diesen Ratgeber geschrieben. Weil du, bevor der erste Ball rollt, verstehen solltest, was dich erwartet. Nicht nur als Fan, sondern als jemand, der die WM 2026 mit wachen Augen verfolgen will.

Was erwartet dich hier? Eine Reise durch die Entstehungsgeschichte dieses Turniers, eine Erklärung des neuen Formats, einen Zeitplan aus Wiener Perspektive mit allen Besonderheiten der nordamerikanischen Zeitzonen, einen Überblick über alle zwölf Gruppen und die Dramen der Qualifikation. Dieser Ratgeber ist dein Ausgangspunkt — alles Weitere findest du in den Detailanalysen, auf die ich an den passenden Stellen verlinke. Egal ob du seit Jahren jede Qualifikationsrunde verfolgt hast oder ob du erst jetzt einsteigst: Hier findest du den roten Faden durch das größte Fußballereignis unserer Zeit. Fangen wir am Anfang an.

Wie wir hierherkamen — Der Weg zur WM 2026

Am 13. Juni 2018 stand Gianni Infantino am Rednerpult des FIFA-Kongresses in Moskau und verkündete etwas, das den Weltfußball für immer verändern sollte. Die gemeinsame Bewerbung von USA, Mexiko und Kanada hatte sich gegen Marokko durchgesetzt — mit 134 zu 65 Stimmen. Was in diesem Moment begann, war nicht einfach die Vergabe eines Turniers. Es war der Startschuss für das ambitionierteste Sportprojekt, das Nordamerika je gesehen hat.

Drei Länder, zwei Sprachen, drei Zeitzonen, sechzehn Stadien. Die Idee war von Anfang an riesig, und die Skepsis war es auch. Kann ein Turnier funktionieren, das sich über einen ganzen Kontinent erstreckt? In dem Fans von Toronto nach Guadalajara reisen müssen, von Seattle nach Miami? Ich gebe zu, ich war einer der Skeptiker. Aber die vergangenen acht Jahre haben gezeigt, dass die Infrastruktur steht. Die Stadien sind bereit, die Logistik ist durchgeplant, die Vorfreude — besonders in den USA, wo Fußball seit der WM 1994 eine Nische geblieben ist — wächst mit jedem Monat.

Der Weg hierher hatte allerdings auch seine Schlaglöcher. Die Erweiterung von 32 auf 48 Mannschaften, die Infantino bereits 2017 durchsetzte, stieß auf heftige Kritik. Traditionalisten argumentierten, mehr Teams bedeuten mehr schwache Spiele, mehr Gruppenphase, weniger Qualität. Die Befürworter hielten dagegen: Mehr Teams bedeuten mehr Geschichten, mehr Nationen auf der größten Bühne des Fußballs, mehr Chancen für Länder, die bisher nur zuschauen konnten.

Heute, wenige Wochen vor dem Eröffnungsspiel, lässt sich sagen: Beide Seiten hatten recht. Ja, es gibt Mannschaften im Teilnehmerfeld, die bei einem 32er-Format keine Chance gehabt hätten. Curaçao, Kap Verde, Haiti — sie stehen zum ersten Mal auf der WM-Bühne. Aber genau darin liegt auch der Reiz. Wenn Haitis Nationalmannschaft in Gruppe C auf Brasilien trifft, dann ist das nicht nur ein Fußballspiel. Es ist eine Geschichte, die vor vier Jahren noch undenkbar gewesen wäre.

Und dann ist da die Frage der Gastgeber selbst. Mexiko richtet seine dritte Weltmeisterschaft aus — nach 1970 und 1986, als das Land legendäre Momente produzierte. Das Estadio Azteca wird zum dritten Mal ein WM-Eröffnungsspiel sehen, ein Rekord, der wohl nie gebrochen wird. Kanada betritt als WM-Gastgeber komplettes Neuland. Und die USA? Für sie ist dieses Turnier eine Chance, Fußball endlich in der amerikanischen Sportlandschaft zu verankern — dreißig Jahre nach dem letzten Versuch.

Was mich als Analyst besonders fasziniert: Die geopolitische Dimension. Ein Turnier, das von der kanadischen Grenze bis tief nach Mexiko reicht. Mannschaften aus 48 Nationen, sechs Kontinentalverbänden. Sechzehn Stadien in sechzehn Städten, jede mit ihrer eigenen Identität. Das ist nicht einfach ein Fußballturnier. Das ist ein globales Ereignis, und der Weg hierher — von Moskau 2018 bis zum Anpfiff in Mexiko-Stadt 2026 — war selbst schon eine Geschichte wert.

48 Teams, 104 Spiele — Das neue Turnierformat erklärt

Stell dir vor, du organisierst ein Abendessen. Bisher hattest du immer acht Tische mit je vier Gästen — übersichtlich, jeder kannte die Regeln. Jetzt hast du plötzlich zwölf Tische, und am Ende sollen trotzdem nur zwei Gäste pro Tisch weiter zum Dessert kommen. Ungefähr so fühlt sich der Sprung von 32 auf 48 Mannschaften an. Die WM 2026 bringt ein komplett neues Turnierformat mit sich, und wer das Turnier ernsthaft verfolgen will, sollte die Mechanik verstehen.

Die Gruppenphase besteht aus zwölf Gruppen mit je vier Mannschaften. Das klingt zunächst vertraut — vier Teams pro Gruppe, genau wie bei den letzten Weltmeisterschaften. Der Unterschied liegt in der Masse: Statt acht Gruppen sind es jetzt zwölf. Das bedeutet 36 Gruppenspiele mehr als bei der WM 2022 in Katar. Insgesamt werden in der Gruppenphase 72 Partien ausgetragen, verteilt auf die sechzehn Stadien in den USA, Mexiko und Kanada.

Innerhalb jeder Gruppe spielt jede Mannschaft gegen jede — drei Spieltage, drei Partien pro Team. Die Punkte werden wie gewohnt vergeben: drei für einen Sieg, einer für ein Unentschieden, keiner für eine Niederlage. Bei Punktgleichheit entscheidet zuerst die Tordifferenz, dann die erzielten Tore, dann der direkte Vergleich. Bis hierher nichts Neues.

Aber jetzt wird es interessant. Die ersten zwei jeder Gruppe ziehen in die K.o.-Runde ein — das sind 24 Mannschaften. Dazu kommen die acht besten Gruppendritten aus den zwölf Gruppen. Insgesamt qualifizieren sich also 32 Teams für die nächste Runde, die als „Round of 32“ bezeichnet wird. Wenn du nachgerechnet hast: Zwei Drittel aller Teilnehmer überstehen die Gruppenphase. Das ist ein deutlich höherer Anteil als bisher, wo nur die Hälfte der 32 Teams weiterkam.

Diese Regelung mit den Gruppendritten kennen wir aus der Europameisterschaft 2016 und 2024, wo sie sich bewährt hat. Vier der zwölf Gruppendritten scheiden aus, acht kommen weiter. Die Berechnung der „besten Dritten“ erfolgt nach denselben Kriterien wie die Gruppenwertung: Punkte, Tordifferenz, erzielte Tore. Das bedeutet, dass auch ein Remis im letzten Gruppenspiel reichen kann, um als Dritter weiterzukommen — vorausgesetzt, die Ergebnisse stimmen.

Für Österreich in Gruppe J ist das eine relevante Information. Selbst wenn das ÖFB-Team hinter Argentinien und Algerien auf Platz drei landen sollte, ist das Turnier nicht zwingend vorbei. Ein Sieg und ein Unentschieden aus drei Spielen — das könnte je nach Gesamtbild der anderen Gruppen reichen. Aber dazu später mehr, wenn wir uns die Gruppen im Detail ansehen.

Turnierformat der Fußball-WM 2026 mit 48 Mannschaften und K.o.-Runde ab dem Achtelfinale

Ab der Round of 32 wird es klassisch: Jedes Spiel ist ein Alles-oder-Nichts-Duell. Wer verliert, fliegt raus. Nach der Round of 32 folgen das Achtelfinale (Round of 16), das Viertelfinale, das Halbfinale und schließlich das Finale am 19. Juli im MetLife Stadium in East Rutherford, vor den Toren New Yorks. Insgesamt umfasst die K.o.-Phase 32 Spiele, dazu kommen das Spiel um Platz drei und das Finale.

Die Gesamtzahl von 104 Spielen verteilt sich auf 39 Turniertage. Zum Vergleich: Die WM 2022 in Katar hatte 64 Spiele in 29 Tagen. Das neue Format bringt also nicht nur mehr Spiele, sondern auch mehr zeitliche Streckung. In der Gruppenphase finden an den meisten Tagen vier bis sechs Spiele parallel statt. Das macht die Planung anspruchsvoll — sowohl für die Zuschauer als auch für die Stadien, die zwischen den Partien umgerüstet werden müssen.

Was bedeutet das für die sportliche Qualität? Ich sehe es differenziert. Einerseits senkt die Erweiterung auf 48 Teams das durchschnittliche Niveau. Wenn Curaçao auf Deutschland trifft, wird das kein Spiel auf Augenhöhe. Andererseits entstehen durch die schiere Menge an Partien mehr Möglichkeiten für Überraschungen. Bei 104 Spielen ist statistisch garantiert, dass es Sensationen geben wird — Ergebnisse, die niemand erwartet hat, Geschichten, die niemand vorhergesagt hätte.

Ein taktischer Aspekt, der oft übersehen wird: Die Belastungssteuerung. Mannschaften, die bis ins Finale kommen, müssen bis zu sieben Spiele in 39 Tagen bestreiten. Das ist eine enorme physische Herausforderung, die breite Kader und kluge Rotation erfordert. Trainer wie Ralf Rangnick, der für sein intensives Pressing bekannt ist, werden genau kalkulieren müssen, wann sie ihre Stammspieler schonen und wann sie alles auf eine Karte setzen. Die Teams mit der tiefsten Bank haben einen strukturellen Vorteil — und das sind in der Regel die großen Fußballnationen.

Für das Verständnis des Turniers ist noch ein Detail wichtig: Die Setzung der K.o.-Runde. Die Gruppensieger treffen in der Round of 32 auf Gruppendritte, die Gruppenzweiten auf andere Gruppenzweite oder Gruppendritte. Das bedeutet, dass ein Gruppensieg nicht nur Prestige bringt, sondern einen messbaren Vorteil im Turnierbaum. Wer Erster wird, bekommt tendenziell einen leichteren Gegner. Ein Grund mehr, warum jeder Punkt in der Gruppenphase zählt.

Der Turnierkalender aus Wiener Sicht

Wenn du in Wien, Graz oder Innsbruck sitzt und die WM 2026 verfolgen willst, musst du deinen Schlafrhythmus neu kalibrieren. Das ist keine Übertreibung — es ist eine Tatsache, die das gesamte Turniererlebnis für österreichische Fans prägen wird. Nordamerika liegt sechs bis neun Stunden hinter Mitteleuropa, und das bedeutet: Viele Spiele finden nach mitteleuropäischer Zeit mitten in der Nacht statt.

Das Turnier erstreckt sich vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026. In Österreich gilt zu diesem Zeitpunkt die mitteleuropäische Sommerzeit (CEST), also UTC+2. Die Ostküste der USA (Eastern Time) liegt bei UTC-4, die zentrale Zeitzone (Central Time) bei UTC-5, die Bergzeitzone (Mountain Time) bei UTC-6 und die Pazifikküste (Pacific Time) bei UTC-7. Die Differenz zu Österreich beträgt also je nach Spielort zwischen sechs und neun Stunden.

Was heißt das konkret? Ein Abendspiel in New York um 20:00 Uhr Ortszeit beginnt um 02:00 Uhr nachts in Wien. Ein Nachmittagsspiel in Los Angeles um 15:00 Uhr Ortszeit bedeutet Mitternacht in Österreich. Und ein Spiel in Mexiko-Stadt um 18:00 Uhr Ortszeit — das Eröffnungsspiel Mexiko gegen Südafrika am 11. Juni — startet um 01:00 Uhr CEST. Für europäische Fans ist das eine Herausforderung, die wir seit der WM 2002 in Japan und Südkorea nicht mehr in diesem Ausmaß erlebt haben.

Die gute Nachricht: Nicht alle Spiele liegen in der Nacht. An den Gruppenspieltagen gibt es in der Regel Partien zu verschiedenen Anstoßzeiten. Manche frühen Spiele an der Ostküste beginnen um 13:00 oder 14:00 Uhr Ortszeit, das wäre 19:00 oder 20:00 Uhr in Wien — perfekter Feierabend-Fußball. Die FIFA hat bei der Ansetzung der Spiele europäische Zuschauer berücksichtigt, schließlich stellt Europa den größten TV-Markt.

Für das ÖFB-Team sieht der Zeitplan so aus: Das Auftaktspiel gegen Jordanien am 17. Juni im Levi’s Stadium in Santa Clara, Kalifornien, beginnt um 21:00 Uhr Ortszeit — das sind 06:00 Uhr morgens in Wien. Ein Nachtspiel, oder besser: ein Frühstücksspiel. Wer es live sehen will, muss den Wecker stellen. Das zweite Gruppenspiel gegen Argentinien am 22. Juni im AT&T Stadium in Dallas ist dagegen ein Geschenk: 12:00 Uhr Ortszeit, also 19:00 Uhr CEST. Primetime in Österreich, das ganze Land kann zuschauen. Das dritte und womöglich entscheidende Spiel gegen Algerien am 28. Juni im Arrowhead Stadium in Kansas City wird um 21:00 Uhr Ortszeit angepfiffen — 04:00 Uhr morgens in Wien.

Zwei von drei Spielen des ÖFB-Teams fallen also in die Nachtstunden. Das wird Auswirkungen haben: auf die TV-Einschaltquoten, auf die Stimmung in den Wettbüros, auf die Atmosphäre beim Public Viewing. Aber ich sage auch: Wer sich an die WM 2002 erinnert, weiß, dass Nachtspiele ihren eigenen Zauber haben. Um 04:00 Uhr morgens vor dem Fernseher zu sitzen, mit einer Tasse Kaffee und klopfendem Herzen — das sind die Momente, die man nicht vergisst.

Die K.o.-Phase beginnt am 1. Juli und endet mit dem Finale am 19. Juli. In dieser Phase werden die meisten Spiele zu zuschauerfreundlicheren Zeiten angesetzt, mit Schwerpunkt auf den großen Stadien an der Ost- und Zentralküste. Das Halbfinale und das Finale im MetLife Stadium bei New York dürften um 20:00 oder 21:00 Uhr Ortszeit beginnen, also zwischen 02:00 und 03:00 Uhr nachts in Österreich. Für ein WM-Finale stellt man sich aber gerne den Wecker.

Mein Rat: Plane jetzt schon. Markiere dir die Spieltermine im Kalender, vor allem die drei Gruppenspiele Österreichs. Sprich mit deinem Arbeitgeber über flexible Arbeitszeiten im Juni und Juli. Und wenn du vorhast, auf die Spiele der Gruppe J zu wetten, dann bedenke: Die Quoten bewegen sich auch nachts, und wer um 04:00 Uhr morgens eine Livewette platzieren will, muss hellwach sein.

Alle zwölf Gruppen im Panorama

Zwölf Gruppen, 48 Mannschaften, und jede einzelne Konstellation erzählt eine andere Geschichte. Ich werde hier nicht jede Gruppe bis ins letzte Detail sezieren — dafür gibt es die Einzelanalysen. Aber ein Panoramablick auf das gesamte Teilnehmerfeld zeigt, wo die Spannung lauert, wo die Favoriten lauern und wo die Überraschungen warten.

Gruppe A gehört Mexiko, dem Gastgeber mit dem emotionalsten Eröffnungsspiel: Am 11. Juni im Estadio Azteca gegen Südafrika. Dazu kommen Südkorea und Tschechien, das sich durch die europäischen Play-offs gekämpft hat. Mexiko wird das Heimrecht nutzen, aber Südkorea ist ein Team, das bei Weltmeisterschaften immer für Unruhe sorgt — man erinnere sich an 2002. Tschechien hat Dänemark im Play-off-Elfmeterschießen eliminiert und bringt die Mentalität eines Teams mit, das nichts zu verlieren hat.

Gruppe B bringt Kanada als zweiten Gastgeber auf die Bühne, zusammen mit der Schweiz, Katar und Bosnien-Herzegowina. Die Schweiz ist das stärkste Team dieser Gruppe und geht als klarer Favorit ins Turnier. Kanada wird auf die Unterstützung der eigenen Fans zählen, aber die Qualität im Kader lässt Zweifel an einem Weiterkommen. Bosnien-Herzegowina hat sich sensationell qualifiziert — mit einem 4:1-Sieg im Elfmeterschießen gegen Italien. Ja, richtig gelesen: Italien ist nicht dabei. Das allein macht diese WM schon besonders.

Gruppe C ist Brasiliens Bühne. Die Seleção trifft auf Marokko, den Halbfinalisten von 2022, auf Schottland und auf den WM-Debütanten Haiti. Brasilien als Gruppensieger ist nahezu gesetzt, aber das Duell Brasilien gegen Marokko hat das Potenzial für ein frühes Turnierhighlight. Schottland wird kämpfen, aber die Qualität dürfte für maximal Platz drei reichen.

Gruppe D gehört den USA, dem dritten Gastgeber. Australien, Paraguay und die Türkei — die sich im europäischen Play-off mit einem knappen 1:0 gegen Kosovo durchgesetzt hat — sind die Gegner. Die USA stehen unter enormem Druck. Ein Scheitern in der Gruppenphase im eigenen Land wäre eine Katastrophe für den amerikanischen Fußball. Ich erwarte, dass die Mannschaft von Gregg Berhalter alles mobilisieren wird, um zumindest das Achtelfinale zu erreichen. Die Türkei ist allerdings ein unangenehmer Gegner mit einer fanatischen Fanbasis, die auch in den USA zahlreich vertreten sein wird.

Gruppe E sehe ich als eine der klarsten des Turniers: Deutschland trifft auf die Elfenbeinküste, Ecuador und Curaçao. Das DFB-Team sollte diese Gruppe souverän überstehen. Die Elfenbeinküste, amtierender Afrika-Cup-Sieger, wird um Platz zwei kämpfen, und Ecuador bringt südamerikanische Härte mit. Curaçao ist der krasse Außenseiter — eine Insel mit 150.000 Einwohnern auf der größten Fußballbühne der Welt.

Gruppe F hat mit den Niederlanden und Japan zwei Mannschaften, die aufeinander losgehen werden wie alte Rivalen. Dazu kommen Tunesien und Schweden, das sich über die europäischen Play-offs mit einem dramatischen 3:2 gegen Polen qualifiziert hat. Die Niederlande und Japan — das ist die Gruppe, die ich am liebsten verfolgen werde. Beide Teams spielen offensiv, beide haben Talent in der Offensive, und beide können an einem guten Tag jeden schlagen.

Gruppe G bringt Belgien gegen Iran, Ägypten und Neuseeland. Belgien ist das ewige Versprechen des Weltfußballs — immer unter den Besten, nie ganz oben. Kevin De Bruyne und seine Generation bekommen eine letzte Chance. Ägypten hat die Qualität, Belgien herauszufordern, und Iran ist ein Team, das bei Weltmeisterschaften regelmäßig für Überraschungen sorgt.

Gruppe H ist gespickt mit Klasse: Spanien, Uruguay, Saudi-Arabien und Kap Verde. Spanien und Uruguay sind die klaren Favoriten, aber Saudi-Arabien hat bei der WM 2022 bewiesen, dass es auch große Teams schlagen kann — Argentinien lässt grüßen. Kap Verde, ein Inselstaat vor der Westküste Afrikas, erlebt seine WM-Premiere.

Übersicht aller zwölf Gruppen der Fußball-WM 2026 von Gruppe A bis Gruppe L

Gruppe I gehört Frankreich, dem vielleicht stärksten Team des Turniers. Senegal, Norwegen und der Irak, der sich über den Interkontinental-Play-off qualifiziert hat, komplettieren die Gruppe. Frankreich wird diese Gruppe mit links überstehen, aber das Duell Frankreich gegen Senegal verspricht afrikanische Leidenschaft gegen französische Effizienz — ein Spiel, das man sich vormerken sollte.

Gruppe J — die Gruppe, die uns in Österreich am meisten interessiert. Argentinien als Titelverteidiger und Gruppenkopf, daneben Algerien, Österreich und der WM-Debütant Jordanien. Ich habe der Analyse des ÖFB-Teams eine eigene Seite gewidmet, aber hier die Kurzversion: Österreich hat eine realistische Chance auf Platz zwei, muss aber Algerien in einem direkten Duell schlagen. Jordanien ist der vermeintlich schwächste Gegner, darf aber nicht unterschätzt werden — Teams, die zum ersten Mal bei einer WM dabei sind, spielen oft befreit und furchtlos.

Gruppe K ist die Gruppe mit den meisten offenen Fragen: Portugal, die DR Kongo, Usbekistan und Kolumbien. Vier Teams, von denen drei ernsthaft um das Weiterkommen kämpfen werden. Portugal befindet sich im Umbruch nach der Ära Ronaldo, Kolumbien hat eine goldene Generation, und die DR Kongo hat sich über den Interkontinental-Play-off qualifiziert und bringt den Hunger eines Landes mit, das seit 1974 auf eine WM-Teilnahme gewartet hat.

Gruppe L schließlich bietet das vielleicht attraktivste Einzelduell der Gruppenphase: England gegen Kroatien. Zwei Teams, die sich bei den letzten Turnieren regelmäßig über den Weg gelaufen sind — 2018 im WM-Halbfinale, 2021 in der EM-Gruppenphase. Dazu kommen Ghana und Panama. England und Kroatien werden sich diese Gruppe unter sich ausmachen, und das erste Aufeinandertreffen könnte über den Gruppensieg entscheiden.

Das große Bild zeigt: Die WM 2026 hat keine echte Todesgruppe, aber mehrere Gruppen, in denen der Kampf um Platz zwei und drei extrem eng werden dürfte. Gruppen F, H, K und L stechen heraus. Und für uns in Österreich bleibt Gruppe J der Fixpunkt — alles andere ist Rahmenhandlung. Wer sich den kompletten Gruppenüberblick mit allen Details gönnen will, findet ihn in der dedizierten Analyse.

Dramen der Qualifikation — Wer es geschafft hat und wer nicht

Italien fährt nicht zur WM. Schon wieder nicht. Wenn du dir den Satz zweimal durchliest und immer noch ungläubig den Kopf schüttelst, bist du nicht allein. Der vierfache Weltmeister hat die Qualifikation zum zweiten Mal in Folge verpasst — diesmal im europäischen Play-off gegen Bosnien-Herzegowina, das im Elfmeterschießen mit 4:1 triumphierte. Ich war an diesem Abend in einem Wiener Wettbüro, und die Stille nach dem entscheidenden Elfmeter war ohrenbetäubend. Niemand hatte damit gerechnet.

Die europäischen Play-offs im März 2026 lieferten insgesamt vier Geschichten, die in die WM-Historie eingehen werden. Path A: Bosnien-Herzegowina schaltete Italien aus. Path B: Schweden besiegte Polen 3:2 in einem Spiel, das bis zur letzten Minute auf der Kippe stand. Path C: Die Türkei setzte sich mit einem minimalen 1:0 gegen Kosovo durch. Path D: Tschechien eliminierte Dänemark im Elfmeterschießen nach einem torlosen Remis. Vier Spiele, vier Dramen, vier verpasste Träume — und vier neue Geschichten, die bei der WM erzählt werden.

Dass Italien fehlt, ist die größte Schlagzeile, aber nicht das einzige bemerkenswerte Fehlen. Polen, Dänemark und Kosovo hatten berechtigte Hoffnungen und stehen jetzt vor dem Fernseher. Im südamerikanischen Qualifikationsturnier, der traditionell härtesten Vorrunde der Welt, schied Chile als Neunter aus — trotz einer Generation um Alexis Sánchez, die einst die Copa América dominierte. Paraguay dagegen qualifizierte sich und zeigt, wie schnell sich die Kräfteverhältnisse in Südamerika verschieben können.

Die afrikanische Qualifikation brachte ebenfalls Überraschungen. Nigeria, eine der stärksten Mannschaften des Kontinents, verpasste die WM nach einer enttäuschenden Qualifikationsrunde. Kamerun, immerhin fünfmaliger WM-Teilnehmer, ist ebenfalls nicht dabei. Dafür feiern die DR Kongo und Kap Verde ihre WM-Premieren — Mannschaften, die vor zehn Jahren noch nicht einmal in der Nähe einer Qualifikation waren.

Asien stellt acht Mannschaften bei dieser WM, mehr als je zuvor. Neben den etablierten Kräften Japan, Südkorea, Australien, Iran und Saudi-Arabien sind auch Irak, Jordanien und Usbekistan dabei. Jordanien qualifizierte sich erstmals überhaupt für eine Weltmeisterschaft — ein Meilenstein für den jordanischen Fußball, der durch den Halbfinaleinzug beim Asien-Cup 2024 an Schwung gewonnen hat. Irak setzte sich im Interkontinental-Play-off mit 2:1 gegen Bolivien durch und erlebt seine erste WM seit 1986.

Für Österreich war die Qualifikation eine emotionale Achterbahn. Das ÖFB-Team unter Ralf Rangnick dominierte die Qualifikationsgruppe mit einem System, das auf intensives Pressing und schnelles Umschaltspiel setzt. Aber es gab auch Rückschläge, Spiele, in denen der Traum zu platzen drohte. Dass Österreich zum ersten Mal seit 1998 wieder bei einer WM dabei ist, macht dieses Turnier für die heimische Fanbasis zu etwas Besonderem. 28 Jahre Warten, 28 Jahre Hoffnung, 28 Jahre Enttäuschung — und dann endlich der Moment, in dem alles gut wird. Wer die Geschichte Österreichs bei Weltmeisterschaften kennt, weiß, wie viel Sehnsucht in diesem Turnier steckt.

Die Qualifikation erzählt aber auch die Geschichte des neuen Formats. Weil 48 statt 32 Teams dabei sind, bekamen alle sechs Konföderationen mehr Startplätze. Europa stellt 16 Mannschaften (statt 13), Afrika 9 (statt 5), Südamerika 6 (statt 4,5), Asien 8 (statt 4,5), Nord- und Mittelamerika 6 (statt 3,5) und Ozeanien 1 (statt 0,5). Das Ergebnis: ein diverseres Teilnehmerfeld, mehr Geschichten, mehr Emotionen. Und mehr Gründe, warum diese WM eine sein wird, die wir so schnell nicht vergessen.

Was diese WM besonders macht — Warum ich seit neun Jahren darauf warte

Ich analysiere Fußball seit fast einem Jahrzehnt, und ich habe in dieser Zeit drei Weltmeisterschaften erlebt: Russland 2018, Katar 2022, und nun steht Nordamerika 2026 vor der Tür. Aber keine dieser Ausgaben hat mich so früh gepackt wie diese. Das liegt nicht nur an den 48 Teams oder den 104 Spielen. Es liegt daran, dass diese WM etwas wagt, was der Fußball noch nie versucht hat.

Drei Gastgeberländer. Ein Turnier, das sich von Vancouver bis Guadalajara erstreckt, über 4.000 Kilometer Luftlinie. Mannschaften, die zwischen den Spielen durch Zeitzonen reisen, von trockener Wüstenhitze in Dallas zu feuchter Pazifikluft in Seattle. Das ist nicht einfach ein neues WM-Format — das ist ein logistisches und sportliches Experiment, und genau das macht es so faszinierend.

Für Österreich ist diese WM mehr als ein Turnier. Es ist die Rückkehr auf eine Bühne, die das Land fast drei Jahrzehnte lang nur als Zuschauer betreten hat. Jeder Österreicher, der 1998 das letzte WM-Spiel des ÖFB-Teams verfolgt hat, trägt eine Erinnerung mit sich — und jetzt kommt die Chance, neue Erinnerungen zu schaffen. In Santa Clara, in Dallas, in Kansas City.

Dieser Ratgeber war der Versuch, dir das Rüstzeug für dieses Turnier mitzugeben. Das Format, die Zeitzonen, die Gruppen, die Qualifikationsdramen — alles, was du brauchst, um am 11. Juni vorbereitet zu sein. Ab hier verzweigt sich der Weg: Du kannst tiefer in die Porträts der 48 Mannschaften eintauchen, du kannst die Gruppe J im Detail studieren, oder du kannst dich den Stadien widmen, in denen der ÖFB diese WM bestreiten wird. Dieser Ratgeber ist dein Startpunkt. Die WM 2026 wird die Geschichten liefern — ich bin bereit, sie zu erzählen.

Wie viele Mannschaften nehmen an der WM 2026 teil?

An der Fußball-WM 2026 nehmen 48 Mannschaften teil, aufgeteilt in zwölf Gruppen mit jeweils vier Teams. Das ist eine Erweiterung gegenüber dem bisherigen Format mit 32 Mannschaften. Die 48 Teilnehmer kommen aus allen sechs Konföderationen: 16 aus Europa, 9 aus Afrika, 8 aus Asien, 6 aus Südamerika, 6 aus Nord- und Mittelamerika und der Karibik sowie 1 aus Ozeanien.

Wie funktioniert das neue WM-Format mit 48 Teams?

Die 48 Mannschaften werden in zwölf Gruppen zu je vier Teams aufgeteilt. Jedes Team spielt drei Gruppenspiele. Die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe sowie die acht besten Gruppendritten qualifizieren sich für die K.o.-Runde, die sogenannte Round of 32. Ab dort geht es im Einzelausscheidungsverfahren weiter bis zum Finale. Insgesamt werden 104 Spiele in 39 Turniertagen ausgetragen.

Wann beginnt und endet die WM 2026?

Das Eröffnungsspiel findet am 11. Juni 2026 im Estadio Azteca in Mexiko-Stadt statt: Mexiko gegen Südafrika. Das Finale wird am 19. Juli 2026 im MetLife Stadium in East Rutherford bei New York gespielt. Aus österreichischer Sicht beginnt das Eröffnungsspiel um 01:00 Uhr CEST in der Nacht auf den 12. Juni.

Zu welchen Uhrzeiten finden die WM-Spiele in österreichischer Zeit statt?

Die meisten Spiele finden zwischen 19:00 Uhr CEST und 06:00 Uhr CEST statt, abhängig vom Spielort in Nordamerika. Spiele an der US-Ostküste liegen für Österreich günstiger als Spiele an der Pazifikküste. Österreichs Gruppenspiele beginnen um 06:00 Uhr (gegen Jordanien), 19:00 Uhr (gegen Argentinien) und 04:00 Uhr (gegen Algerien) mitteleuropäischer Sommerzeit.